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Antwerpener Bartzwerge

Wenn eine der genannten Rassen es geschafft hat sich Weltweit durchzusetzen, dann sind dies Zweifellos die Antwerpener. Mit Beginn der planmäßigen Zucht in ganz Europa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen regionale Rassen zunehmend an Bedeutung und so lag es nicht fern die vorhandenen Landzwerge in der Gegend um Antwerpen rassisch zu veredeln. 1884 wurde das erste Mal über diese Rasse berichtet. Zu dieser Zeit kannte man vornehmlich die gesperberten und schwarzen, wobei erstere eindeutig in Quantität und Qualität dominierten. 1885 wurden bei der Grundlage zur Abfassung einer Kritik nach Punkten auch nur diese beiden Farbenschläge aufgeführt. Die Verbreitung der Rasse in ihrem Heimatland nahm danach einen gewaltigen Aufschwung und ab 1904 wurden sie in einem eigenständigen Club betreut. Etwa zu dieser Zeit begann dann auch die Verbreitung der Antwerpener über ganz Europa und damit auch nach Deutschland. Der erste Standard in Deutschland wurde 1927 durch Bernhard Grzimek vorgelegt, der neben den beiden bereits erwähnten Farbenschlägen auch noch die weißen enthielt. Neben Prof. Bernhard Grzimek der als Direktor des Frankfurter Zoos und Tier-Experte bekannt geworden ist, kommt mit dem Schriftsteller Erwin Strittmatter noch ein weiterer bekannter und namhafter Liebhaber der Antwerpener in Deutschland hinzu. Seit 1954 werden die Antwerpener in einem eigenständigen Sonderverein betreut. Heute sind sie auf allen Großschauen zumeist in der Top-Ten der Zwerghühner zu finden. 1000 und mehr Tiere auf den Hauptsonderschauen sind keine Seltenheit und mit 21 anerkannten Farbenschlägen bietet sich für jeden Geschmack etwas.

Grubbe Bartzwerge

Robert Pauwels aus Kortenberg in Belgien präsentierte ab 1904 die schwanzlose Variante der Antwerpener der Öffentlichkeit. Vermutlich wurden zufällig schwanzlos gefallene Antwerpener planmäßig in die Zucht eingebaut um diese genetische Veränderung, welche sich in der Zucht dominant vererbt, zu festigen. In Belgien, Frankreich und den Niederlanden sind sie in allen Farbenschlägen der Antwerpener anerkannt, wobei außer den schwarzen und wachtelfarbigen wohl kaum andere Farbenschläge gezüchtet werden. In ihren Merkmalen sind sie bis auf das gänzliche Fehlen des Schwanzes und dem mit 650 g beim Hahn und 550 g bei der Henne etwas geringerem Gewicht den Antwerpenern gleich. Auch in Deutschland werden sie vereinzelt gezüchtet, sind jedoch auch aufgrund anhaltender Diskussionen um Qualzüchtungen, die bei ihnen keinerlei Berechtigung haben, nicht anerkannt.

Watermaalsche Bartzwerge

Seit 1922 sind die Watermaalschen Bartzwerge bekannt. Zu diem Zeitpunkt wurden sie erstmals in Brüssel gezeigt. Antoine und Oscar Dresse aus Watermael-Bosvoorde begannen sich ab etwa 1910 intensiv mit der Erzüchtung eines sowohl wirtschaftlichen als auch attraktiven Zwerghuhns, dass vor allem in der Legeleistung beeindruckende Resultate liefern sollte. Da zu dieser Zeit die Antwerpener Bartzwerge in dieser Gegend sehr verbreitet waren lag es nahe diese als Ausgangsrasse zu verwenden. Etwa um 1915 war dies verwirklicht, aber bis zur ersten Präsentation gingen noch einmal ein paar Jahre ins Land. Ab 1938 wurden sie in Belgien in einem eigenständigen Sonderverein betreut und erlangten eine durchaus ansehnliche Verbreitung. Leider hing hier aber viel an wenigen engagierten Persönlichkeiten, so dass 1990 nur noch wenige Züchter im Verein waren und ein Zusammenschluss zum Belgischen Bartzwerg-Club erfolgte. In den Merkmalen sollen sie sich von den Antwerpenern deutlich unterscheiden, ohne eine Verwandtschaft zu verleugnen. Insgesamt sind sie etwas kompakter im Körper und knapper im Gefieder, was vor allem im Steuergefieder zum Ausdruck kommt. Ein nach hinten gerichteter Schopf, ein dreiteiliger Kammdorn und ein dreigeteilter Bart sind die Hautmerkmale dieser Rasse. Dazu kommen noch die gesenkte Flügelhaltung und die leicht vorgedrückte Brust. Seit 1979 sind sie in Deutschland anerkannt mit inzwischen 12 Farbenschlägen. In ihrem Heimatland und den Niederlanden sind sie in annähernd 40 Farbenschlägen anerkannt, wobei die meisten wohl nur dem Zufall entsprungen sind und wohl auch einige nicht mehr existieren. Ihre einmaligen Merkmale sind jedoch Anreiz genug sich mit ihnen zu beschäftigen und dabei sollten allzu starre Einschränkungen bei der Farbe nicht zum Verhängnis werden.  

Bosvoorde Bartzwerge

Seit der Nationalen Geflügelschau von Belgien in Brügge 1997 sind auch die schwanzlosen Watermaalschen Bartzwerge bekannt. Diese wurden von einigen Züchtern in Brüssel erzüchtet. Über diese Variante ist nur wenig bekannt, jedoch sollen sie bis auf die Schwanzlosigkeit den Watermaalschen gleichen. Da es sich um eine genetische Veränderung im Erbgut handelt sind sie farblich wohl in einer ebenso großen Palette möglich wie ihre Vettern. In Deutschland sind sie bisher wohl noch nicht heimisch.

Ukkelsche Bartzwerge

Die Ukkelschen Bartzwerge entsprechen unseren Federfüßigen Zwerghühner in der bärtigen Variante. Sie sind weltweit vornehmlich unter diesem Namen anerkannt und in der Verbreitung auch recht ansehnlich. Es handelt sich bei ihnen um seit Jahrhunderten in Europa nachweisbare Zwerghühner, die in Belgien um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert vornehmlich von Michel van Gelder bärtig gezüchtet und rassisch veredelt wurden. Seit 1905 wurden sie unter diesem Namen in Belgien und England ausgestellt. Der volle und kräftige Halsbehang mit einem dreigeteilten Bart sind Rassemerkmale. Und gerade mit dieser Bartdreiteilung hat man in Deutschland wohl so seine Schwierigkeiten, da diese in Belgien auch den Antwerpener Bartzwergen zu Eigen ist, bei uns aber eher verpönt. Die Bandbreite bei den Farben erstreckt sich weit. In Deutschland sind sie als Federfüßige Zwerghühner mit Bart in 20 Varianten anerkannt.

Everbergsche Bartzwerge

Die Everbergschen sind wiederum das Pendant zu den Ukkelschen mit dem genetisch bedingt fehlenden Schwanz. In Deutschland kennen wir sie als bärtige Ruhlaer Zwerg Kaulhühner, wiederum mit dem Unterschied in der Bart-Dreiteilung. In Everberg bei Brüssel wurden sie erzüchtet und 1918 erstmals gezeigt, ohne jedoch seitdem eine größere Verbreitung erlangt zu haben. Über ihre genaue Erzüchtung und Entstehung ist nur wenig bekannt. Vermutlich handelt es sich wohl wie bei allen schwanzlosen Varianten um zufällig aufgetretene genetische Veränderungen im Erbgut die durch gezielte Züchtung gefestigt wurde. Als Ruhlaer Zwerg-Kaulhühner mit Bart sind sie in Deutschland in 21 Farbenschlägen zugelassen.  

Fotos: Holger Schellschmidt, Bremen aufgenommen in Dortmund, Münster, Rotenburg/Wümme und Schopfloch